IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Ein Virus in einem Atomkraftwerk

Pünktlich zum Gedenktag an den GAU von Tschernobyl teilte der Betreiber des Kernkraftwerks Grundremmingen, die RWE, mit, dass in den Steuerungssystemen eine “Büro-Schadsoftware”, also ein Virus oder Tronajer, entdeckt wurde. Der Name wird nicht genannt. Es soll eine Malware sein, die Backdoors öffnet zum Internet. Aus der Umschreibung in der Pressemitteilung könnte man auf den ersten Schritt eines gezielten Angriffs schließen.

Entdeckt wurde die Malware im Rahmen der Vorbereitung auf ein IT-Sicherheits-Audit.

Betroffen war laut Pressemitteilung ein Rechner im Umfeld der Entwicklung, der nicht mit produktiven Systemen (die unmittelbare Steuerung) verbunden war.

Was kann man daraus schließen:

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Öffentliche Warnung der Bundesbank: IT-Sicherheit wird geprüft

Die Süddeutsche Zeitung ermöglicht auf Seite 2 regelmäßig Gastbeiträge. Am 31. August 2015 las ich dort eine deutliche Warnung an die Banken, die IT-Sicherheit im öffentlichen Interesse und im Interesse der Kunden sehr ernst zu nehmen, und der Autor war Dr. Andreas Dombret, für die Aufsicht zuständiges Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Ausgehend von einem Fall einer Advanced Persistent Attack (im Unterschied zum Threat eine tatsächlich gelungener Angriff) schreibt Dr. Dombret: “Als Aufseher der Finanzbranche alarmieren uns solche Fälle zunehmend.” Um dann deutlich zu werden:

In diesem Jahr stellt die IT-Sicherheit deshalb bei bankaufsichtlichen Prüfungen in Deutschland und in europäischen Großbanken auch einen besonderen Schwerpunkt dar.

Und weil er offenbar ahnt, dass das noch nicht deutlich genug ist und damit klar ist, wen er adressiert, heißt es im letzten Absatz:

Zuvorderst gilt aber, dass die Ernsthaftigkeit von Cyberrisiken bis zu den Geschäftsführern aller Banken, zu anderen Finanzdienstleistern und Verbrauchern durchdringt.

Es ist naheliegend, dass mir das auffällt, weil ich als Berater in Business Continuity (BCM) und Informations-Sicherheit von Projekten zur Erhöhung der IT Security Nutzen ziehe. Das sollte aber die Wahrnehmung von Vorständen und CISOs nicht ablenken von dieser deutlichen, und wie ich meine begründeten, Warnung.

Den vollständigen Beitrag kann man immer noch lesen – auf der Website der Bundesbank.

Moderner Banküberfall Gastbeitrag von Dr. Andreas Dombret in der Süddeutschen Zeitung am 31.08.2015


Windows XP lebt

Da hat der Berliner Datenschutzbeauftragte ja ein Lüftchen entfacht, und der Blätterwald versucht damit Wind zu erzeugen: Herr Dix verlangt, dass die Arbeitsplätze in Berliner Behörden, die noch mit Windows XP arbeiten, sofort abgeschaltet werden. Offenbar hat die Stadtverwaltung den Wartungsvertrag mit Microsoft nicht mehr verlängert, und so können die Arbeitsplätze nicht mehr mit der Unterstützung von Microsoft gegen neue Bedrohungen geschützt werden.

In der Tat nicht schön. Andererseits:

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Sicherheitsschranken – einhalten oder gewinnen ?

Auflagen, die auf Anforderungen der Sicherheit oder Compliance hervorgehen, können stören oder gar die Erreichung eines Ziels verhindern. Dies ist nicht neu, und daraus entstehen im IT-Sicherheitsmanagement regelmäßig Konflikte im Tagesgeschäft. Ein Vorfall, zum Glück ohne Personenschaden, im Radrennen Lille-Roubaix am 12. April 2015 kann als Parabel zum Verständnis dieses Konflikts dienen.

Das Rennen, einer der großen Klassiker des Radsports mit teils historisch bedingt abenteuerlichen Herausforderungen, führt unter anderem über einen beschrankten Bahnübergang. Die Schranken sperren in der jeweiligen Fahrtrichtung der Landstraße nur die rechte Spur. Und hier wurde es am Sonntag richtig brenzlig, als ein Verfolgerpeloton den Übergang zugleich mit einem Zug erreichte. Das war dann auch gleich ein TGV, also der französische ICE.

Das Geschehen:

Ein Feld von Rennradlern erreicht den Bahnübergang, als sich die Schranken senken. In dem Moment müssen die Ampeln des Übergangs bereits sei zehn Sekunden auf Rot gestanden sein. Trotzdem wird weitergefahren. Ein Polizist auf Motorrad versucht durch Handzeichen die Fahrer zu stoppen. Die herabsinkenden Schranken streifen einige Radler von oben, aber es kommt zu keinem Sturz. Noch als die Schranken ganz unten sind umfahren etliche von ihnen die Schranken in gekonnten S-Kurven über die freie linke Spur. Der Polizist verengt die Spur mit seinem Motorrad, hält mit seinem rechten Arm einen auf, fährt dafür selbst gefährdet nah an das Gleis, da fährt ein besonders zielstrebiger Sportler noch links an ihm vorbei über die Gleise, bis endlich die Übrigen alle stehen und warten. Knapp sechs Sekunden später rauscht der TGV vorbei.

Was ist daran so exemplarisch bildhaft für ein IT-Sicherheitsmanagement ?

Zuerst: Wer die Regeln ignoriert gewinnt gegenüber dem Wettbewerb. Wer bremst, verliert.

Sodann: Das Risiko wird ignoriert. Ich glaube nicht, dass die Sportler gar nicht wussten was sie tun, oder dass sie mit etwas Abstand im Rückblick feststellen, dass sie für eine bessere Platzierung im Rennen ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Aber das wird in der Hitze der Aktion ausgeblendet.

Es war knapp: Unter der sich absenkenden Schranke durchzufahren, kann noch einer vernünftigen Risikoabwägung zuzuschreiben sein. Aber bei geschlossen ruhender Schranke zu fahren erschiene mir einfach als zu riskant, die Gefährdung ist schließlich existenziell. (In der Konsequenz auch für die Veranstalter – hätten sich doch vier oder fünf Sportler vor den Zug geworfen, wäre das vielleicht das Ende dieser Veranstaltung gewesen.) Sechs Sekunden sind kein großer Abstand, und die konnten ja nicht kalkuliert werden.

Compliance – nur wenn es sein muss: Die Staatsgewalt, analog die Aufsichtsbehörde, hat klar zum Halten aufgefordert. Dies war eindeutig, und dies war eine Anweisung, die ebenso eindeutig übergangen oder ignoriert wurde. Der eine Polizist hätte auch kaum mehr erreichen können, und ganz sicher ist es ihm zu verdanken, dass es nicht zu einen Unglück kam. Gleichwohl werden sich die, die durchgekommen sind, bestätigt fühlen, dass es richtig war, Regeln und Anweisungen zu übergehen.

Kein Sicherheitsmanagement des Veranstalters: Der Veranstalter des Rennens musste die Gefahrenstelle und die konkrete Gefährdung gekannt haben. Trotzdem war er nicht darauf vorbereitet, bei einer Konkretisierung der Gefährdung angemessen einzuschreiten und die Fahrer selbst wirksam zu stoppen. Für den Veranstalter allerdings gilt nicht, was für die Fahrer gilt, er hat durch das Verhalten nichts gewonnen, steht aber m.E. als unverantwortlich da. Es wäre interessant zu erfahren, ob die Behörden nach dem Vorfall mit dem Veranstalter über Konsequenzen reden. Wären Personen zu Schaden gekommen, hätte dies die gesamte Veranstaltung aus dem Rennen werfen können.

Und jetzt die Frage an die Verantwortlichen: Ist ein IT-Sicherheitsmanagement nur eine Bremse ? Soll es im Alltag besser ignoriert werden ? Oder gewährleistet es den dauerhaften Bestand, auch wenn manche Vorteile dann nicht erzielt werden können ?

Nachzusehen bei Youtube

Quelle FAZ, Le Monde


Sonnenfinsternis – ein Notfall ?

Am 20. März 2015 konnte in Deutschland und weiten Teilen Nordeuropas eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Es war schon eindrucksvoll, wie am Vormittag das Licht draußen seltsam neblig verschattet wirkte, und dass das Licht nicht wärmte.

Diese drastische Minderung der Energie war ja zu erwarten und die Zeitungen überboten sich darin, aus nüchternen Hinweisen auf daraus folgende Risiken der Energieversorung aus Solaranlagen eine gewisse Dramatik abzuleiten.

Dabei ist eine Sonnenfinsternis fast bis auf die Minute planbar, auch ihre Auswirkung auf die Energielieferung ist einschätzbar. Dies wird sehr schön deutlich in einer Darstellung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin in ihrer Präsentation

Bei Wikipedia gibt es dazu einen Artikel, der die Sonnenfinsternis als solche beschreibt, aber auch die Auswirkungen auf die Energieversorgung und den tatsächlichen Impact auf die Stromversorgung belegt.

Sicher war das ein guter Test, aber kein Notfall. (Was im Nachhinein natürlich immer gut zu sagen ist, wenn nix passiert ist.)


Drohnen und Autos – und Sicherheit ?

Audi macht jetzt (in Großbrittanien) Reklame für ein neues Modell, das den Fahrer vor dem Angriff der Paket-Transporter-Drohnen schützt. Sehr schön inszeniert und gefilmt.

Ein starker Audi als Retter vor den Drohnen

Allein, soll das die Message für Sicherheit sein ?

1. Ein Manager, der offenbar angesichts einer sich abzeichnenden Gefährdung die Nerven und Führungsstärke verliert: Das ist m.E. nicht schimpflich, denn dafür gibt es einen Krisenmanager, und der Krisen- oder Notfallmanager muss nicht mit dem Vorstandsvorsitzenden oder Geschäftsführer identisch sein. Es werden einfach in einer Krise andere Fähigkeiten benötigt als im Tagesgeschäft. I.d.R. wird es aber schon eine Führungskraft von der Spitze der Einheit sein.

2. Ein Krisenmanager, der vor Allem sich selbst rettet: Ein sehr guter Hinweis, denn auch in der Krise greifen psychologische Muster, und dazu gehört der Überlebenswille und seine Folgen. Es heißt ja immer im BCM, dass Menschenleben zuerst geschützt werden, dann die Assets. Aber gilt das auch für den Kapitän, siehe das Beispiel von Herrn Schettino (was einen eigenen Beitrag wert ist) ? Ein Notfallplan sollte also beachten, dass keine Aktionen eingeplant werden, die für einzelne Beteiligte schwerwiegende negative Folgen haben. Erfolgreiches Notfallmanagement gedeiht am besten, wenn Probleme ohne Schuldzuweisung gelöst werden.

3. Der Rest löst sich in Panik auf: Das passiert, wenn vorher nicht geübt wurde. Doch wie übt man unvorhergesehende Gefährdungen ? Doch, es geht, denn auch hierfür können Verhaltensmuster gefunden und aktiviert werden. Allerdings erfordert das einen am Menschen orientierten Ansatz für Training und Übung.

Und überhaupt nimmt der Clip nicht nur “Die Vögel” von Hitchcock zum Vorbild, sondern knüpft nahtlos an die Imagewerbung in “iRobot” an. Ein Film, der wiederum die Gefährdung durch zentralisierte Updates als ein Moment verwendet, bei dem es einem leicht gruselt. In kleinerem Maßstab kennt den Grusel die Softwaredistribution und Patchmanagement: Wenn nun doch mal nach einem allgemeinen Patch sämtliche PCs gescratched werden, oder eine fehlerhafte Berechnung in Excel verteilt wird ? Pardon, aber ich habe beides schon in Ansätzen erlebt. Und das bei herumfliegenden Drohnen ? Oder bei automatisch gesteuerten Autos ?

Das Thema Drohnen wird übrigens in Frankreich aktuell mehr diskutiert als in Deutschland, das ist zumindest mein Ferneindruck. Nun aber erst mal gute Unterhaltung.


Hessens Schulen und Soziale Plattformen

Heute kam eine Nachricht im Hessischen Rundfunk, dass das Kultusministerium des Landes (endlich) verkündet habe, dass Schulen keine verbindlichen Nachrichten über Facebook verbreiten sollen. Überhaupt soll diese wie auch andere privat-öffentliche Plattformen nur restriktiv genutzt werden.

Als ich nach der Nachricht recherchiert habe, konnte ich sie selbst auf der Website des HR (hr-online.de) nicht mehr finden, dafür aber ältere Nachrichten mit dem selben Thema. Die Nutzung sozialer Plattformen, und immer wieder insbesondere Facebook, wurde in den letzten Jahren schon mehrfach angesprochen und öffentlich diskutiert.

So etwa

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