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Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Facebook gilt französischen Richtern als Öffentlichkeit

In Frankreich hat ein Arbeitsgericht eine Kündigung für rechtens erklärt, die darauf gründete, dass drei Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber in Facebook schlecht gemacht hatte. Negative, gar diffamierende, beleidigende oder geschäftsschädigende Äußerungen auf Facebook werden in dem Urteil so bewertet, als ob diese Äußerungen in der Öffentlichkeit getan wurden.

Ausdrücklich führte die Gesellschaft (Arbeitgeber) an, dass sie nicht die Privatsphäre der Arbeitnehmer verletzt hätte, indem sie die Informationen bei Facebook einsah und belegte. Facebook ist öffentlicher Raum. Auch wer nur seine “Freunde” seine Beiträge lesen lässt, muss die Möglichkeit berücksichtigen, dass diese wiederum diese Beiträge weiterreichen können. Es liegt in der Natur der Nutzung der sozialen Netze im Internet, dass Bilder und Texte den privaten Raum verlassen.

Der Fall geht in Berufung und wird von der französischen Fachöffentlichkeit mit Interesse verfolgt. Es geht um die Grenze zwischen privaten Äußerungen und beruflichen Interessen, aber auch um die andere Qualität jeder schriftlichen Äußerung. Die Rechtsprechung stützt sich nun mal gerne auf Beweise, die zu würdigen, d.h. zu prüfen sind. Und ein Screenshot ist ein solcher Beweis, wesentlich nachvollziehbarer als ein reines Weitererzählen.

Denn der Arbeitgeber hatte von der Verunglimpfung im Internet von einem der Facebook-Freunde erfahren. Hätte der berichtet, dass die drei Kollegen unfreundlich in der Kneipe ihren Dampf abgelassen hätten, hätte dies kaum Folgen gehabt. Mit den schriftlichen Kopien, gleich wie diese entstanden sind, war dies anders.

Selbst in Profi-Netzwerken wie Xing liest man immer wieder Beiträge, in denen den Autoren offenbar die Gäule durchgegangen sind. Es wird eben als unverbindlich empfunden. Es ist doch so locker, oder soll es doch sein. Ein Problem aus der Pubertät, die ja auch in Erwachsenen als gelebte Erfahrung drinsteckt, und manchmal rauswill.

Bedenke:

  1. locker ist ok, unverschämt ist nicht ok.
  2. unverschämt ist nicht locker.
  3. Schriftlich unverschämt werden kann eher sanktioniert werden.

Die Freunde seiner Freunde kann man sich in Facebook nicht aussuchen – Le Monde 19.11.2010

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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