IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Luftfracht-Sicherheit verteuert Luftfahrt

22 Jahre nach Lockerbie wird nun auch Luftfracht als Möglichkeit erkannt, Flugzeuge zum Absturz zu bringen. Fliegen wird damit riskanter oder teurer. Es gibt zwar schon lange Cargo-Screening, aber dies ist ein weites Aufgabengebiet. So ist der von uns untersuchte Fall der Betriebsunterbrechung wegen leicht radioaktiver Aufzugknöpfe zuerst durch ein solches Screening im Pariser Flughafen angekündigt worden. Besonders intensiv wurde bisher nach Drogen gefahndet, nach möglichen Quellen für Feuer und nach toxischen Stoffen.

Vielleicht hat gerade das Unglück des Flugs PanAm 103 dazu geführt, dass Luftfracht als Risiko eines Terrorangriffs niedrig eingestuft wurde (Impact sehr groß, Häufigkeit extrem niedrig). Denn laut den sehr peniblen Untersuchungen in Schottland explodierte die Sprengladung, die den Jumbo zum Absturz brachte, in einem Koffer, der als Passagiergepäck aufgegeben worden war.

Attentäter wiederum scheinen Wert darauf zu legen, dass ein bestimmes Ziel getroffen wird. Das ist bei Luftfracht schwierig. Die Paketdienste und Logistiker haben eigene Frachtflotten, und bestimmen sehr kurzfristig, welches Gepäckstück über welchen Weg und wann transportiert wird. Das kann dann in einer reinen Frachtmaschine liegen, oder im Bauch eines Passagierflugzeugs. So ein Attentat hat eben auch seine Unsicherheit.

Gleichwohl kurios, dass die Luftfracht nicht im Rahmen einer Schwachstellenanalyse als Risiko erkannt wurde, und dass die Gegenmaßnahmen sehr beschränkt blieben. Kurios auch, welchen Platz die nicht explodierten Sprengladungen in der mediatisierten Öffentlichkeit einnehmen. Normal dann wieder die Bemühungen zuständiger und anderer Politiker, jetzt als die Macher aufzutreten, die das in Ordnung bringen. Und die Offenheit, mit der ein Innenminister sogar darüber spricht, dass Kosten entstehen werden, die die Nutznießer der Sicherheit aufbringen müssen.

Und was ist der Maßstab für die neuen Sicherheitskosten? Die Zahl gefährdeter Menschen? Der Anteil an den Frachtkosten? Werden Schiffssendungen wieder attraktiv – spät, aber kommt sicher an? Wird es Sicherheitsklassen geben – leicht screenbare und schwer screenbare Güter?

Und – wird es darüber eine offene Diskussion geben mit allen Beteiligten und Betroffenen, oder wollen die Macher mit schnellen Aktionen beeindrucken? Die Sicherheitsdebatte muss in Demokration offen und ehrlich geführt werden; an die absolute Sicherheit glaubt ja eh niemand mehr. Zu einer solchen offenen Diskussion, die die Angst in Furcht zurückführt und dazu führt, dass die gefundenen Maßnahmen von allen akzeptiert werden, sollten auch die Vertreter der Wirtschaft beitragen.

Bericht über Sicherheitsmaßnahmen in der ARD

Flug PanAm 103 bei wikipedia

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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