IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Krisenmanagement – Frechheit siegt

Ein Minister zeigt, wie ein Reputationsschaden kurzfristig abgebogen wird: Verschiebung der Akzente. Wenn einem Krisenkommunikator nichts anderes mehr bleibt, als in der Sache zuzugeben, dass ein Fehler gemacht wurde (“gemacht” steht hier dafür, dass eine Führungskraft unmittel verantwortlich und durchführend war), dann muss man andere Themen vorschieben, mit diesem Kontext assoziieren, und so von dem Fehltritt ablenken.

Wenn andere dann dumm dastehen, umso besser, das lenkt noch mehr ab.

Ja, das ist die causa Guttenberg.

Während in allen Normungssystemen genaue Regeln gelten, und während eine offensichtliche Täuschung in einem Audit gravierende Konsequenzen hat, glauben sich Angehörige einer Peergroup, die über den Wassern schwebt, zwar nicht fehlerfrei, aber doch über jede Kritik erhaben.

Plötzlich ist die Arbeit, die zur Promotion befähigte, und die in einer strengen Prüfung, dem Rigorosum, verteidigt werden musste, nur noch Blödsinn. Die Universität, die Professoren und insbesondere der Doktorvater stehen knietief in diesem Blödsinn. Haben sie es nicht gemerkt? Kaum vorstellbar. War das Rigorosum nur eine Präsentation eines smarten Junganwalts? Dann waren die prüfenden Profs wohl geistig nicht dabei. Oder wurde der ganze Schwindel geschützt und gestützt, weil es ja um eine einflussreiche Familie der Region ging, mit der sich kein Professor anlegen wollte? Fränkischer Klientilismus also.

Wie man es dreht und wendet, es wird nicht besser.

Werden die Akten des Ministers genauso zusammengestellt? Entstehen so Entscheidungsvorlagen für die Bundeswehr, für die Regierung, für das Parlament?

Das akute Krisenmanagement ist gelungen. Der Blödsinn, immerhin ein Wort des Ministers, hat dazu beigetragen, weil gerade die vielen Nichtdoktoren und Leute, die ernsthaft meinen, dass die Titelansprache in Deutschland (und noch mehr in Österreich) nichts mit der Leistung der betitelten zu tun hat, die fühlen sich einig mit dem Minister. Für eine augenblickliche Mehrheit wurde eine Identifikation angeboten, und das hat gewirkt.

Wenn es doch nur eine positive Identifikation wäre. Denn dies ist durchaus lehrreich, weil als Muster verwendbar: Suchen Sie in der Krise zur Ablenkung von eigenen Fehlern einen Topos positiver Identifikation der Mehrheit des Adressatenkreises, schaffen Sie eine Verbindung zu ihrem Thema (es genügen einfache Wörter wie “deshalb” oder “daraus”, auf den Inhalt achtet nur eine Minderheit), und reden Sie nur noch über den Ersatztopos, und das laut und frech. Nein, das ist keine Polemik, das ist eine funktionierende Methode.

Quelle: FTD online

Rolf Clement stellt im Deutschlandfunk die Verbindung zur Realität her

Advertisements

Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

Comments are closed.