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EHEC – Hintergrund, Erkenntnisse – und die Gefahr bleibt

Escherichia Coli gibt es viele, und viele Sorten. Manche gehören einfach zur Darmfauna, sind also normaler konstitutiver Teil unserer Existenz. Einige wecken Hoffnungen auf biologische Krebsbekämpfung. Eine, so der Typ Ehec, oder, wie ich jetzt gelernt habe, Husec 041, sind lebensgefährlich. In der Frankfurter Rundschau vom 14. Juli 2011 erschien ein Interview mit dem offenbar wichtigsten Forscher auf diesem Gebiet, dem Professor Helmut Karch, der das Virus nach Ausbrechen der Krankheit in drei Tagen identifizierte.

Was ist die Quintessenz, die uns der Gelehrte bietet?

Dieses Bakterium ist tatsächlich gefährlich für alle, die an ihm erkranken. Von ca. 4.200 Erkrankten durchlitten ca. 870 das stark belastende und schmerzliche HUS, das Hämolytisch-urämischen Syndrom. Über Zehn Prozent starben. Andererseits drohte zu keinem Zeitpunkt eine Epidemie mit der Verbreitung einer Grippe. Dazu ist das Bakterium zu empfindlich.

Vielleicht wurde es eingeschleppt durch Bockshornkleesamen aus Ägypten. Wer gerne gut kocht, hat auch Bockshornklee als Samen oder gerieben im Haus. Passt in manche Salatsaucen oder auch zu Fisch. Die epidemiologischen Untersuchungen (reine Statistik !) legen dies nahe. Die Kausalkette kann aber nicht geschlossen werden. Auch Professor Karch verweist auf die Wahrscheinlichkeit, nicht auf eine Sicherheit.

Wie krankheitserregend das Bakterium husec 041 wirklich ist, kann niemand sagen. Menschen, die es in sich tragen, und nicht krank werden, gehen nicht zum Arzt. Sie werden nicht untersucht. Aufputschende Headlines mit “Killerbakterien” sind völlig deplaztiert.

Unsere Aufmerksamkeit gilt daher zwei Dingen:

Der Bereitschaft, Organisation anzupassen: Zur Eindämmung der Gefahr, dass weitere Menschen sterben, und auch zur Minderung des wirtschaftlichen Risikos nach den ersten wilden Alarmen, wurde eine Arbeitsgruppe (deutsch für Task Force) gebildet, die alle Aktivitäten zur Aufdeckung der Ansteckungs- und Verbreitungswege bündelte. Eine solche Task Force gewinnt ihre Effizizenz durch Kompetenz und Anerkennung und Mitarbeit der Stellen, die im Normalfall zuständig wären. An anderer Stelle habe ich erlebt, wie lähmende Entscheidungslosigkeit sich ausbreitete, weil Linien- und Projektorgnisation auf die Besonderheiten einer Krise nicht vorbereitet waren. Aber auch die Budgetverantwortlichen und Entscheider wussten nicht, wie in so einer Situation vorgehen sollten. Konfllikte wurden nicht gelöst, weil die Strukturen nicht einmal angedacht waren, geschweige denn vorbereitet, um mit außergewöhnlichen Lagen fertig zu werden.

Die Anerkennung, dass Risiken bestehen, und nicht restlos geklärt werden können. Das verhindert nicht sinnvolle Maßnahmen, die auf Wahrscheinlichkeit der Wirkung der Maßnahme gründen. Irgendwann wird wieder eine Mutation von EC zu einem EHEC oder Husec geraten und Menschen werden daran leiden und sterben. Verhindern können wir es nicht, aber uns die Hände waschen.

Quelle – FR online vom 14.07. 2011

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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