IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Pandemie – Notfallmanagement – staatlicher Impact

In Frankfurt am Main wird heftig debattiert über den falschen Alarm vor Ehec-Bakterien im Erlenbach. Schon nachdem der Höhepunkt der Verbreitung von gefährlichen Ehec-Bakterien überschritten war, wurden im Frischezentrum Kalbach auf Salat aus Nieder-Erlenbach Ehec-Bakterien gefunden. Ein Hof wurde daraufhin tagelang gesperrt. Kunden mieden Gemüse aus dem Stadtteil. (Erlenbach liegt im Norden von Frankfurt und ist eher ländlich geprägt, auch das bietet die Mainmetropole.) Eine Schule sagte ihr Fest zum 125-jährigen ab. Die Frankfurter Rundschau machte groß auf mit dem Killerbakterium in der Stadt.

Jetzt macht die FR ebenso groß auf mit dem Irrtum bei der Analyse durch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Offenbar wurde der Bakterientyp nicht richtig ermittelt, und so eine falsche Warnung herausgegeben. Was bedeutet so ein Vorfall für die betriebliche Notfallplanung?

Nichts. Wie der Notfall zustande kam, wenn er zustande kam, ist nicht wichtig. Im Nachhinein, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Alarm ein falscher Alarm war, ist es Gegenstand von Deontologie, Forensik und Wirtschaftsrecht, ob die Folgen hätten vermieden werden können. Aber der Notfall muss so bearbeitet werden, wie es vorgesehen ist. Gibt es einen Feueralarm, muss das Gebäude geräumt werden. Klären kann man später.

Die Möglichkeit eines Fehlalarms muss aber einbezogen werden. Wenn eine Grippewelle angekündigt wird, wie 2009 die Schweinegrippe, muss eine differenzierte Beobachtung und eine abgestufte Reaktion vorbereitet werden. Dies gilt auch für andere Pandemien, und gilt für jede angekündigte oder anschleichende Notlage. Wenn ein Amt bekannt gibt, dass im Leitungswasser gefährliche Erreger sind, müssen im Betrieb entsprechende Schutzmaßnahmen ausgelöst werden. Unter Umständen sind Prozesse zu stoppen. Dies sind Schutzmaßnahmen, die gefordert sind, die aber auch im persönlichen menschlichen Interesse der Entscheider liegen. Diese Schutzmaßnahmen können betrieblich erheblichen Impact haben, was es im Vorhinein zu analysieren gilt.

Dies ist aber noch die Notfalllage, wenn eine große Anzahl Mitarbeiter krank werden. Dies wäre eine weitere Stufe, nicht unbedingt die nächste, sondern eher die letzte Stufe einer Pandemie-Notfallplanung.

Und später: Jammern und Besserwissern hilft nicht. Bei jedem Alarm ist die erste Aktion: In Ruhe die Lage erfassen, und die richtigen Maßnahmen einleiten. Die Bewertung ergibt sich aus dem Alarm und den unmittelbar erkennbaren Folgen. Der Alarm sollte nicht infrage gestellt werden, wenn er irgendwie plausibel ist. Das zu erkennen gehört zu den Aufgaben, die geübt werden können.

Hoffen wir, dass dieser Fehlalarm in Nieder-Erlenbach für die Betroffenen fair ausgeglichen wird.

FR-online – falscher Alarm

Dazu das lokalpolitische Geplänkel – unwichtig, zeigt nur das geglaubte Aufmerksamkeitspotenzial: FR-online

Der Bericht über den Befund (der dem falschen Amt unterstellt wird) in der FR

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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