IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Sicherheitstrainig für den Notlandungsfall

In der Zeit vom 10. Mai las ich einen Beitrag über Notfalltrainings für Passagiere, die von Fluggesellschaften angeboten werden. Das was viele und gerade Vielflugreisende gerne belächeln, nämlich die Sicherheitshinweise des Bordpersonals, während die Maschine noch am Boden steht oder zur Startposition rollt, das wird in diesen Trainings zum Gegenstand körperlichen Einsatzes.

Der Artikel fängt denn auch recht dramatisch mit der Schilderung der Simulation einer Notlandung an. Theaterrauch steigt auf. Der Leser ahnt die Special Effects, ist aber beeindruckt. Der Autor berichtet, was Übungsleiter bei jedem Training beobachten können, dass Teilnehmer von der Übung so gefangen werden, dass sie in – für sie – fordernden Situationen in ganz echten Stress geraten.

Der Effekt ist auch von psychologischen Untersuchungen bestätigt und beruht darauf, dass es nur eine Form von Stress gibt, eben das Gefühl, jetzt unbedingt alles richtig machen zu müssen, ein großes Problem meistern zu müssen, das Leben hängt vielleicht davon ab, alle Kräfte werden mobilisiert, das Denken wird verringert und greift konsequent nur noch auf bewährte Handlungsmuster zurück. Da wird im angeführten Beispiel der Sicherheitsgurt gedrückt statt aufgeklappt, was leicht zu erklären ist, denn so funktioniert es in fast allen Autos.

Übungen sind sicher gut, vor Allem für solche Fälle, deren Eintritt einigermaßen plausibel ist. Aber die Notlandung eines Flugzeugs zu erleben oder gar durch Training zu überleben erscheint selbst dem Autor und Trainingsteilnehmer unrealistisch.

Was kann dann so ein Training Positives bewirken? Da fallen mir zuerst negative Effekte ein: Die Angst wird größer, weil die Wahrscheinlich aufgrund des Erlebens im Training größer wahrgenommen wird. Und jede reale Situation wird von der Übungssituation noch einmal abweichen, und dann passen die gelernten Abläufe nicht. Wo bleibt dann das Positive?

Üben ist einfach gut, um den eigenen Stress in einer kontrollierten Situation zu erleben und dazu die Rückmeldung eines Trainers zu erhalten. Notfallübungen können einen dahin bringen, Flexibilität zu erwerben in Lagen, wo der einfache Reflex zum Abschalten des Denkens neigt. Damit dies tatsächlich positiv bildet und stärkt müssen solche Übungen als Lerneinheiten konzipiert werden, die wiederholt und mit der Entwicklung der Teilnehmerfähigkeiten entwickelt werden. Jeder Teilnehmer muss sein individuelles Feedback erhalten. Dies geht sicher über kleine Schockübungen hinaus.

Um einem möglichen negativen Effekt dieses Berichts vorzubeugen sei hier festgestellt: Notfallübungen anhand realistischer Szenarien sind sehr sinnvoll und tragen zur Entwicklung der Widerstandsfähigkeit von Unternehmen und der Resilienz von Menschen bei. Und sie müssen wiederholt werden.

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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