IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Die Bahn – Störung in Hamburg zeigt Empfindlichkeit

Eine Organisation mit besonders großen Herausforderungen im Notfallmanagement ist die Deutsche Bahn. Das erlebte ich am Freitag ab 16.08 h in Hamburg. Dort stand ich in dem schnalen Bahnhof Dammtor, schön gelegen, zum Glück in schönem Frühsommersonnenschein an Gleis 4 und wartete auf den ICE 671 nach Karslruhe, über Frankfurt am Main, dem Ziel meiner Reise.

Da fiel auf, dass der Regionalexpress, der noch auf dem Gleis stand, nicht fortkam. Dann kam, so nach 10 Minuten, eine Ansage, dass der ICE 671 verspätet sei wegen “Personen im Gleis”. Das klang nach viel mehr Verspätung. Es wurden 50 Minuten. Zwischen Hamburg Altona, wo der ICE eingesetzt wird, und Dammtor hat es einen Polizeieinsatz gegeben, um eine Person von den Gleisen zu holen. Mehr habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können. Und es ist nur richtig, dass dann die Züge warten.

Mindestens drei ICE, die in Altona in dieser Zeit eingesetzt werden, waren betroffen, ebenso weitere Regionale Züge und der S-Bahn-Verkehr der Linien 21 und 31. Ich vermute, dass an dem Abend kein ICE mehr pünktlich Hamburg verlassen hat. Glück im Unglück war, dass es am Nachmittag geschah, und nicht am Vormittag, wenn die Züge nochmal in der Gegenrichtung fahren müssen. Soviel Puffer haben die ICE-Fahrpläne nicht.

Große Infrastruktursysteme sind nun mal empfindlich. Sie können dauerhaft in der bisher gewohnten Qualtität nur in einer Gesellschaft funktionieren, die ein sozial verträgliches Umfeld bietet. Natürllich gibt es keine Garantie, dass Einzelne seltsame Dinge tun, aber die Wahrscheinlichkeit von Störungen nimmt mit dem Grad an Unzufriedenheit zu.

Eine Lösung dafür, eine Lösung der ganz anderen Art, bietet die Schnellverbindung Moskau-St. Petersburg. Der Deutschlandfunk berichtete in einem ausführlichen Feature mit Recherchen vor Ort, dass auf dieser Strecke an unbeschrankten Bahnübergängen immer wieder Leute vom Zug erfasst und getötet werden. Und es geschieht nichts. Der Betrieb wäre nicht wirtschaftlich, wenn auch noch in die Sicherheit der Leute investiert würde, die nicht mit dem Zug fahren.

Ich hoffe, dass wir es lieber akzeptieren, eine Stunde zu spät nach Hause zu kommen, wenn dafür auch solche Menschen respektiert und ihr Leben geschützt wird, die aus der Bahn geraten sind. Oder in die Bahn? “Menschen im Gleis” – fand ich auch eine sonderbare Darstellung.

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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