IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Notfallplan – Schutzmaßnahmen – und Folgen

War es Bloccupy oder war es die Polizei, wer hat eigentlich Frankfurt am Main am Himmelfahrtswochenende lahm gelegt? Die U-Bahn-Station am Willy-Brandt-Platz war von Mittwoch bis Sonntag gesperrt, die U-Bahnen hielten dort nicht. Am Willy-Brandt-Platz (Theaterplatz für Alteingesessene) steht die Verwaltung der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Willy-Brandt-Platz ist aber auch das Theater und Schauspielhaus. Nun, Kunstbegeisterte finden immer ihren Weg. Geschlossen war auch die S-Bahn-Station Taunusanlage; dort stehen die Zwillingstürme der Deutschen Bank, also auch eine Adresse des Protests.

Soweit vielleicht nachvollziehbar. EZB und Deutsche Bank waren Kristallisationspunkte von Bloccupy, und Gedränge auf Treppen zur U-Bahn am Rande einer Demonstration hätte Menschen gefährdet. Nach der Panikkatastrophe bei der Love-Parade in Duisburg sollte der Blick dafür geschärft sein.

Aber die ganze Innenstadt war im Belagerungszustand, über vier Tage, obwohl nur an einem Tag, dem Samstag, eine große, genehmigte Demonstration stattfand. Die kleineren Aktionen in den Tagen davor waren, den Presseberichten nach, alle friedlich, wenn auch nicht genehmigt, und wurden mit geringem Druck aufgelöst.

Echten Druck hatten aber die Einzelhändler, vom Spezialisten für japanisches Essgeschirr bis zu Karstadt. Die meldeten einen Umsatzeinbruch an den Tagen um Himmelfahrt von bis zu 80 Prozent. Oder umgekehrt: Sie machten teilweise nur 20 % ihres sonstigen Tagesumsatzes. Das ist bei den geringen Margen der Kaufhäuser und dem immensen Arbeitsaufwand der kleinen Händler dramatisch, und oft nicht auszugleichen.

Die Frage muss – ohne jeden Vorwurf, ganz sachlich – gestellt werden, ob der Schutz der öffentlichen Ordnung, hier auch der Schutz speziell der Banken, so überhöht wurde, dass die Verhältnismäßigkeit verloren ging. Sicherheit ist immer ein emotionales Thema, und Emotionen sind zwar Teil des Lebens, auch des Wirtschaftslebens, aber sie trüben manchmal die Wahrnehmung. BCM und Notfallmanagement tun ein Weiteres: Wenn erst mal offizielle Warnungen ausgegeben wurden, hier von der Stadt Frankfurt und von der Polizei, müssen entsprechende Notfallpläne zumindest geprüft werden. Je größer die Organisation ist, desto eher greift dann ein Mechanismus anstelle des gesunden Menschverstandes. So wurdden Notfallflächen in Betrieb genommen, um die Hochhäuser gegenüber den Demonstranten leer stehen zu lassen. Bis nach Bornheim und Bockenheim wurden Bankfilialen komplett verschlossen, auch die SB-Bereiche. Bargeld gab es Frankfurt-Bornheim nur noch in abgelegenen Automaten mit öffentlichem Zugang, eine Einrichtung, die wiederum eher den Kunden gefährdet. Gearde diese Automaten sind schwer zu sichern.

Wie soll die BCM Expertengemeinde damit umgehen? Dürfen Notfallpläne zu Lasten Dritter gehen? Ist der Stakeholder Kunde vergessen, wenn er ein kleiner Kunde ist. Notfallmanagement und BCM müssen das in die Pläne und ihre Verfahren, insbesondere in die Business Impact Analyse (BIA) einbauen.

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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