IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Meldegesetz – Datenschutz – und mehr

Vor zwei Wochen war es der große Scoop in allen Medien: Das neue Meldegesetz wurde ma 28. Juni 2012 in weniger als einer Minute in einer Abendsitzung des Bundestags verabschiedet, und in dieser Version können die Meldebehörden einfach die Adressen von Bürgern an Dritte weitergeben. Nur wenn Personen dem ausdrücklich vorab widersprochen haben, können Anfragen nach ihren Daten nicht beantwortet werden.

Was ist daran so schlimm?

Es gibt ja legitime Anlässe, von einer Meldebehörde die Adresse einer Person zu erfragen. Der bekannteste dürfte die Prüfung der Adresse eines säumigen Schuldners sein.

In der stets schnell vernetzten digitalen Welt gäbe es dafür neue, schnelle und effiziente Wege, zu denen die Mittel freilich noch entwickelt werden müssten. So könnten die Meldebehörden, ggf. in Abstimmung mit Gerichten oder in Zusammenarbeit mit Gerichtsvollziehern, Sendungen zustellen lassen, ohne diese herauszugeben. Das ist in der heutigen Landschaft der Rechtspflege aber noch Utopie.

Völlig abwegig erscheint die Behauptung, dass die Adressen allein einen besonderen Wert für den Adresshandel hätten. Ja, sie könnten für die Verifizierung von postalischen Adressen genutzt werden. Aber der Adresshandel lebt von der Qualifizierung von Adressen, etwas der Zuordnung zum Einkommensniveau. Hier ist das aber ein schrumpfendes Geschäft, denn die Qualifizierung in sozialen Netzwerken ist wesentlich effizienter und wirksamer. Der Einzelne ist gar nicht mehr das Ziel einer Werbung, sondern ein Profil, das genau die Zielgruppe definiert, die eine bestimmte Reklame wahrnehmen soll. Die Adresse ist sekundär, denn die Ansprache kann auch so erfolgen, und bei Interesse melden sich die, die sich angesprochen fühlen, und genau die.

Ansonsten ist es durchaus eine vertretbare Position, dass die Meldeämter überhaupt keine Adressen herausrücken, sofern der Anfragende nicht ein besonderes Anliegen vorbringen kann, wie z.B. eine offene Rechnung und den Rücklauf nicht zugestellbarer Mahnungen. Bei einer so klaren Regelung wäre auch Rechtssicherheit gegeben.

Betroffen wären allerdings auch die Schulfreunde, die das vierzigjährige Abitur feiern wollen. Aber wer geht dann dazu noch zum Meldeamt? Auch dies geht viel geschickter über soziale Netzwerke.

 

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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