IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy

Hessens Schulen und Soziale Plattformen

Heute kam eine Nachricht im Hessischen Rundfunk, dass das Kultusministerium des Landes (endlich) verkündet habe, dass Schulen keine verbindlichen Nachrichten über Facebook verbreiten sollen. Überhaupt soll diese wie auch andere privat-öffentliche Plattformen nur restriktiv genutzt werden.

Als ich nach der Nachricht recherchiert habe, konnte ich sie selbst auf der Website des HR (hr-online.de) nicht mehr finden, dafür aber ältere Nachrichten mit dem selben Thema. Die Nutzung sozialer Plattformen, und immer wieder insbesondere Facebook, wurde in den letzten Jahren schon mehrfach angesprochen und öffentlich diskutiert.

So etwa

im Sommer 2013. Da berichtet die Frankfurter Rundschau am 24. Juli 2013, dass Hessen kein .. Facebook-Verbot [will]. Es sei aber nicht geeignet für förmliche Mitteilungen wie die Übermittlung der Noten einer Klassenarbeit. Dem Bericht nach langt es aber nicht für eine klare Regelung. Statt dessen glaubte sich die damalige Kultusministerin parteipolitisch abgrenzen zu müssen. Dies ist auf seine Weise eine Bestätigung, dass Politiker Compliance nicht immer verstanden haben oder ernst nehmen. Die Übermittlung von persönlich ja sehr ernst zu nehmenden Informationen einer Institution über eine öffentliche Plattform, sei es die lokale Zeitung oder eine Plattform, ist sicher nicht mit den Anforderungen des IT-Grundschutz und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) zu vereinbaren. Das muss den Mitarbeitern, hier den Lehrern, auch klar vermittelt werden; das erfordert doch das Management Engagement der Führung des zuständigen Ministeriums.

Verbote alleine sind freilich keine ausreichende Lösung. Naheliegend wäre eine Plattform je Bundesland (ja schon, weil die Zuständigkeit für die Schulen mit Verfassungsrang den Ländern zugeteilt ist), in der mit adäquaten Zugangs- und Zugriffsberechtigungen die Beteiligten austauschen können. Das sollte heutzutage mit vertretbaren Mitteln aufzubauen sein. Oder gibt es das, aber keiner schreibt drüber, weil Journalisten ja auch erst mal in das Verständnis einsteigen müssten. Ich fürchte zwar, dass dies nur eine hehre Hoffnung ist, aber vielleicht gibt es ja was.

Offenbar sind die Eltern da aufmerksamer und sensibler als die sich so offen gegeben haben wollende Ministerin. Denn ein Jahr später lässt das Ministerium verkünden, dass eine Regelung zur Nutzung von Facebook erarbeitet werden soll, und betont diesmal ausdrücklich, dass soziale Plattformen nicht für die Übermittlung offizieller Mitteilungen genutzt werden dürfen. So schreiben es am 7. Juli 2014 die Frankfurter Neue Presse und am 8. Juli 2014 die Offenbach Post. Vielleicht hat die Neubesetzung des Ministeriums nach der Landtagswahl vom September 2013 den Lernprozess beschleunigt, obwohl dieses Thema doch völlig unabhängig von Parteirichtungen ist.

Bleibt zu hoffen, dass Bewusstheits und Klarheit voranschreiten.

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Author: TTeichmann

IT is my business since 1985, focused on IT security since 1999. I built up several IT networks as security based architectures. In 2007 business continuity management came into my portfolio. I feel open minded, keeping an eye on things evolving, trying to find solutions that meet business needs while security requirements are kept high. ITsec, ITSCM and BCM are necessarily part of cost efficient IT delivery today.

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