IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Windows XP lebt

Da hat der Berliner Datenschutzbeauftragte ja ein Lüftchen entfacht, und der Blätterwald versucht damit Wind zu erzeugen: Herr Dix verlangt, dass die Arbeitsplätze in Berliner Behörden, die noch mit Windows XP arbeiten, sofort abgeschaltet werden. Offenbar hat die Stadtverwaltung den Wartungsvertrag mit Microsoft nicht mehr verlängert, und so können die Arbeitsplätze nicht mehr mit der Unterstützung von Microsoft gegen neue Bedrohungen geschützt werden.

In der Tat nicht schön. Andererseits:

Continue reading


Sonnenfinsternis – ein Notfall ?

Am 20. März 2015 konnte in Deutschland und weiten Teilen Nordeuropas eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Es war schon eindrucksvoll, wie am Vormittag das Licht draußen seltsam neblig verschattet wirkte, und dass das Licht nicht wärmte.

Diese drastische Minderung der Energie war ja zu erwarten und die Zeitungen überboten sich darin, aus nüchternen Hinweisen auf daraus folgende Risiken der Energieversorung aus Solaranlagen eine gewisse Dramatik abzuleiten.

Dabei ist eine Sonnenfinsternis fast bis auf die Minute planbar, auch ihre Auswirkung auf die Energielieferung ist einschätzbar. Dies wird sehr schön deutlich in einer Darstellung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin in ihrer Präsentation

Bei Wikipedia gibt es dazu einen Artikel, der die Sonnenfinsternis als solche beschreibt, aber auch die Auswirkungen auf die Energieversorgung und den tatsächlichen Impact auf die Stromversorgung belegt.

Sicher war das ein guter Test, aber kein Notfall. (Was im Nachhinein natürlich immer gut zu sagen ist, wenn nix passiert ist.)


Die Schweinegrippe ist zurück – A(H1N1) in Indien

Die Schweinegrippe wird im Mainstream gerne als das Beispiel einer fehlgelaufenen Pandemie-Warnung wahrgenommen, als Viel Lärm um Nichts, und als Muster einer Fehlalarms, von dem nur die Pharma-Industrie profitierte. Ich hatte schon früher aufgrund intensiver Recherchen und Analysen darauf hingewiesen, dass die Risikosituation offenbar adäquat erkannt und adäquat gehandelt wurde.

Jetzt kommen aus Indien Meldungen, dass dieser Virus sich wieder stark verbreitet und etliche Todesfälle verursacht. Am 17. Februar berichtete die Time India von 100 neuen Todesfällen in drei Tagen, was die Anzahl der Toten in dieser Welle auf 585 brachte.

Beunruhigend ist die Todesrate: 585 Tote auf 8423 Krankheitsfälle, die im Norden Indiens registriert wurden. Wenige Tage später wurde von 743 Toten und 12.000 Krankheitsfällen berichtet.

Wegen einer besonderen Häufung wurde eine Universität geschlossen. (Indian Express).

Heute nun berichtet die Economic Times, dass Unternehmen mit Impfprogrammen zu H1N1 beginnen.

Da dieser Ausbruch bis jetzt auf den indischen Subkontinent beschränkt ist, ist dies noch keine Pandemie. Die WHO geht davon aus, dass das Virus H1N1 in etlichen Ländern, darunter Indien, endemisch verankert ist. Es ist also latent vorhanden und kann unter Umständen, die so genau nicht beschreibbar sind, wieder ausbrechen.


Interruption et continuité après un incendie sous la manche

Un événement singulier n’est pas preuve pour un système, pourtant c’est une épreuve et un indicateur positif, si le système a bien réagi. Ce qui semble avoir été le cas lors de l’incendie d’un camion détecté au cours du samedi, 17 janvier 2015, alors que le Eurostar de la navette-camion venait d’entrer dans le tunnel sous la manche. Ce qu’on peut en retenir:

  • L’indicateur, la concentration de CO2, à bien été détecté et a permis à mettre en oeuvre les mesures nécessaires.
  • La réponse adéquate a été appliquée – fermeture des deux tunnels d’Eurostars, interruption du traffic.
  • Ce qui n’est pas reporté ou que je n’ai pas trouvé: quels mesures de sauvegarde ont été entrepris ? Est-ce que le train sortait du tunnel avec sa propre traction ? Est-ce que le feu était éteint par des moyens de bord ? Des personnes ont-ils étaient touchés, donc les camionneurs en tant que passagers ?
  • Le lendemain le traffic reprenait le service, mais au réduit.
  • Au lundi, retour du service au niveau d’exploitation normal.

C’est à vous donner de la confiance pour le service.

(On parle trop peu des choses qui se passent bien.)

Sources faz.net, lemonde.fr, Eurostar

Foto: “Eurostar (8061963462)” by Peter Broster – Eurostar. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons –


1 Comment

Stromausfall von 20 min am Frankfurter Hauptbahnhof

Für Notfallmanager eine positive Meldung: In Frankfurt (Main) Hauptbahnhof fiel am Freitag, den 16. Januar 2015, für ca. 20 Minuten der Strom aus. Der Bahnbetrieb wurde jedoch nicht unterbrochen. Die Rolltreppen funktionierten weiter. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine in der Online-Ausgabe.

Demnach hat die Notstromversorgung planmäßig und ohne spürbare Unterbrechung der Verkehrssysteme und anderer sicherheitsrelevanter Systeme die Stromversorgung übernommen und auch nach Wiederherstellung der normalen Stromversorgung ihren Dienst wieder eingestellt. Beides sind die spannenden Momente eines Notfallszenarios und können nur selten getestet werden.

Continue reading


Sicherheit und Verantwortung – nach der Verurteilung des Bürgermeisters von La Faute-sur-mer

Am Freitag, den 12. Dezember 2014, wurde der damalige Bürgermeister René Marratier der kleinen Gemeinde La Faute-sur-mer zu vier Jahren Haft verurteilt, wegen nicht beabsichtigter Tötung (homicide involontaire) in neun Fällen. Herr Marratier war als langjähriger Bürgermeister verantwortlich für die Erteilung von Baugenehmigungen in einem Gebiet, in dem es in früheren Zeiten zu Überschwemmungen gekommen war. Er war es nicht allein. Françoise Babin, in der Zeit, als die Baugenehmigungen erteilt wurden zuständig für Bauplanung der Gemeinde und damit fachlich-politisch verantwortlich, wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, es kann noch Berufung eingelegt werden, womit zu rechnen ist. Dieser Beitrag soll auch keine juristische Bewertung liefern, sondern fachliche Konsequenzen im Notfallmanagement aufzeigen.

Dem damaligen Bürgermeister war darüber hinaus vorgeworfen worden, dass er nach Eingang der Sturmwarnung vor Xynthia die Bewohner der tiefliegenden Küstensiedlung nicht gewarnt bzw. die Evakuierung veranlasst hat.

Denn am 27. Februar 2010 kam schweres Wetter auf, das Tief Xynthia zog über dem Atlantik auf. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar traf der Sturm auf die französische Atlantikküste, eine wunderschöne Landschaft. In der Bucht hinter der Ile de Ré, nördlich von La Rochelle, wurden Deiche überflutet und dahinterliegende Niederungen versanken in den Wassermassen. In La Faute-sur-mer starben 29 Menschen.

Continue reading


Störfall in einem AKW in der Ukraine – aber nicht am oder im Reaktor

Heute Mittag versuchte mich mein Radiosender, ein seriöser ARD-Sender, durch eine Nachricht über einen Störfall im AKW Saporoshje in der Ukraine in Stimmung zu versetzen. Man wusste offenbar nur, dass vor ein paar Tagen ein Störfall aufgetreten war, dass Behördenvertreter und ein leitender Angestellter des AKW gesagt hatten, es wäre nichts passiert und schon gar keine Radioaktivität ausgetreten. Also wurde journalistisch ernsthaft dramatisiert, dass man bei AKW in der Ukraine ja sofort an Tschernobyl denke … Und dann wurde ein Korrespondent in Moskau hinzugeschaltet, der das Gleiche nochmal sagte. Wahrscheinlich hat er ukrainisches Staatsfernsehen geguckt.

Sie merken: In diesem Fall einer Störung in einem großen AKW bin ich wieder mal über die Berichterstattung irritiert. Der Vorfall ereignete sich am 28. November 2014. Trotzdem gibt es keine Rechercheergebnisse der Informationsmedien, außer der Reproduktion von amtlichen Statements. Verpackt wird das z.T. in Schaltungen mit einem Korrespondenten in Moskau.
Zumindest ein Statement der Internationalen Atomenergy-Agentur hätte von dem Korrespondenten eingeholt werden können, die jeden Vorfall klassifiziert.
Seitens der Betreiber und Behörden der Ukraine ist dies, nach dem was ich mitbekommen habe, ein Beispiel schlechter Kommunikation.
Continue reading