IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Sonnenfinsternis – ein Notfall ?

Am 20. März 2015 konnte in Deutschland und weiten Teilen Nordeuropas eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Es war schon eindrucksvoll, wie am Vormittag das Licht draußen seltsam neblig verschattet wirkte, und dass das Licht nicht wärmte.

Diese drastische Minderung der Energie war ja zu erwarten und die Zeitungen überboten sich darin, aus nüchternen Hinweisen auf daraus folgende Risiken der Energieversorung aus Solaranlagen eine gewisse Dramatik abzuleiten.

Dabei ist eine Sonnenfinsternis fast bis auf die Minute planbar, auch ihre Auswirkung auf die Energielieferung ist einschätzbar. Dies wird sehr schön deutlich in einer Darstellung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin in ihrer Präsentation

Bei Wikipedia gibt es dazu einen Artikel, der die Sonnenfinsternis als solche beschreibt, aber auch die Auswirkungen auf die Energieversorgung und den tatsächlichen Impact auf die Stromversorgung belegt.

Sicher war das ein guter Test, aber kein Notfall. (Was im Nachhinein natürlich immer gut zu sagen ist, wenn nix passiert ist.)

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Störfall in einem AKW in der Ukraine – aber nicht am oder im Reaktor

Heute Mittag versuchte mich mein Radiosender, ein seriöser ARD-Sender, durch eine Nachricht über einen Störfall im AKW Saporoshje in der Ukraine in Stimmung zu versetzen. Man wusste offenbar nur, dass vor ein paar Tagen ein Störfall aufgetreten war, dass Behördenvertreter und ein leitender Angestellter des AKW gesagt hatten, es wäre nichts passiert und schon gar keine Radioaktivität ausgetreten. Also wurde journalistisch ernsthaft dramatisiert, dass man bei AKW in der Ukraine ja sofort an Tschernobyl denke … Und dann wurde ein Korrespondent in Moskau hinzugeschaltet, der das Gleiche nochmal sagte. Wahrscheinlich hat er ukrainisches Staatsfernsehen geguckt.

Sie merken: In diesem Fall einer Störung in einem großen AKW bin ich wieder mal über die Berichterstattung irritiert. Der Vorfall ereignete sich am 28. November 2014. Trotzdem gibt es keine Rechercheergebnisse der Informationsmedien, außer der Reproduktion von amtlichen Statements. Verpackt wird das z.T. in Schaltungen mit einem Korrespondenten in Moskau.
Zumindest ein Statement der Internationalen Atomenergy-Agentur hätte von dem Korrespondenten eingeholt werden können, die jeden Vorfall klassifiziert.
Seitens der Betreiber und Behörden der Ukraine ist dies, nach dem was ich mitbekommen habe, ein Beispiel schlechter Kommunikation.
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Stromausfall in Bangladesh am 1. November

Der 1. November ist in Bangladesh kein Feiertag, wie in manchen Ländern, etwa Mexiko oder den Philippinen oder auch Bayern. Der Stromausfall, der heute Morgen auftrat, traf das Land samt der Hauptstadt Dhaka an einem ganz normalen Werktag.

Das hatte ich erst in den Nachrichten (des Bayrischen Rundfunks) gehört, dann auch in Online-Angeboten europäischer Zeitungen.

Ein Bild der Bangladesh News im Internet zeigt allerdings eine Schnellstraße zum Flughafen der Hauptstadt – mit heftigem Verkehr, in stockfinsterer Nacht, erleuchtet nur von den Scheinwerfern der fahrenden Autos. Solange also Sprit vorhanden ist, gibt es auch Licht. Weswegen ja kritische Rechenzentren mit Dieselanlagen ausgestattet sind, die ggf. den Strom liefern, der nicht mehr aus der großen E-Versorger-Steckdose kommt.

Inzwischen stand im Ticker der BD News, dass wieder das ganze Land mit elektrischem Strom versorgt wird. Ist auch gut so, denn bald beginnt der neue Arbeitstag.

So ein Stromausfall braucht auch eine Verschwörungstheorie. Ein Parteienvertreter verkündete, dass die Regierung den Stromausfall bewerkstelligt hat, um die landesweite Ausstrahlung einer Parteiversammlung zu verhindern. Wer weiß ?

Was mich verwunderte: Bei der Times of India konnte ich keinen relevanten Hinweis finden. War’s peinlich ?

Quelle: ARD – Tagesschau online

BDnews24


HR2 Der Tag – Szenario eines Stromausfalls in Deutschland

Der Stromausfall in Indien, der bis zu 600 Millionen Menschen betraf und etwa die Hälfte der Fläche des Subkontinents der elektrischen Energie beraubte, hat den Hessischen Rundfunk angeregt, in seiner Sendung Der Tag über die Auswirkungen eines Stromausfalls in Deutschland laut nachzudenken, und ob so etwas überhaupt denkbar sei.

HR2 Der Tag – Land ohne Saft – zum Anhören und als MP3-Download

An eine soziologische Analyse traute sich die Redaktion zwar auch nicht ran, also die extrem wichtige Frage, wie sich die Menschen einzeln und in Gruppen verhalten könnten, wenn zwei bis vier Tage in einem Großteil der Bundesrepublik, etwa Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, keine Spannung mehr auf den Leitungen wäre. So wichtig diese Analyse wäre, so schwierig ist sie, da solche Notsituationen nicht getestet werden können.

Tröstlich immerhin, oder einfach nur ein wenig beruhigend, dass am Schluss der Sendung festgestellt wird, dass die Stromnetztechnik und der europäische Verbund insgesamt wesentlich stabiler sind als in Indien oder den USA. Langfristig erscheinen sogar die USA als das Land mit der schwächsten E-Infrastruktur, denn Indien hat zwar große Schwierigkeiten, weil die E-Industrie mit der wirtschaflichen Entwicklung kaum mithalten kann. Aber dort rufen die Wirtschaftsvertreter nach dem intelligent grid, eben um die Problem in den Griff zu bekommen.


India Power Outage – Rising Issues in a Rising State

Recent power outage in vast regions of India seem to be an indicator for a rising problem to the nations industry. Local business represantetives seem to be upset, while politics and responsibles for electric power supply try to reassure that they are aware of the challenge and that such a breakdown will not happen again. Yet it seems that there are problems on all levels, form sufficient power generation to the grid and local power distribution.

This of course is no surprise, as specifically energy intensive industries and polluting industries have moved from Europe and North-America to the rising giants like China and India.

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Risikobewertung für Atomkraft drastisch erhöht

Das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz hat die Risikobewertung für den Eintritt und die Auswirkungen einer Kernschmelze in einem Atomkraftwerk gegenüber früheren Untersuchungen im Auftrag von Aufsichtsbehörden neu bewertet. Demnach ist das Riskiko für den Eintritt eines GAUs sehr groß und die Auswirkungen durch Kontamination großer Flächen deutlich größer als bisher angenommen. Grundlagen der Neubewertung ist eine statistische Gegenüberstellung der Kernschmelzen von Tschernobyl und Fukishima gegenüber den Laufzeiten aller Atomkraftwerke weltweit bis zum Eintritt der Katastrophe von Fukushima.

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Strom aus – ein Notfall auf dem Markt

Heute war ich als Kunde direkt mitbetroffen von einem Notfall an einem Gemüsestand auf dem Erzeugermarkt auf der Konstabler Wache in Frankfurt am Main. Am Verteilerkasten für mehrere Markstände war eine Phase ausgefallen. An den Marktständen fielen daraufhin die Kassenwaagen aus.

Wie verkauft man 1 kg Kirschen ohne Waage? Gar nicht. Nur was in der Schale schon abgewogen war oder per Stück berechnet wurde, konnte verkauft werden. Groß war die Aufregung der Betreiber, groß aber auch die Geduld der Kunden. Continue reading