IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Drohnen und Autos – und Sicherheit ?

Audi macht jetzt (in Großbrittanien) Reklame für ein neues Modell, das den Fahrer vor dem Angriff der Paket-Transporter-Drohnen schützt. Sehr schön inszeniert und gefilmt.

Ein starker Audi als Retter vor den Drohnen

Allein, soll das die Message für Sicherheit sein ?

1. Ein Manager, der offenbar angesichts einer sich abzeichnenden Gefährdung die Nerven und Führungsstärke verliert: Das ist m.E. nicht schimpflich, denn dafür gibt es einen Krisenmanager, und der Krisen- oder Notfallmanager muss nicht mit dem Vorstandsvorsitzenden oder Geschäftsführer identisch sein. Es werden einfach in einer Krise andere Fähigkeiten benötigt als im Tagesgeschäft. I.d.R. wird es aber schon eine Führungskraft von der Spitze der Einheit sein.

2. Ein Krisenmanager, der vor Allem sich selbst rettet: Ein sehr guter Hinweis, denn auch in der Krise greifen psychologische Muster, und dazu gehört der Überlebenswille und seine Folgen. Es heißt ja immer im BCM, dass Menschenleben zuerst geschützt werden, dann die Assets. Aber gilt das auch für den Kapitän, siehe das Beispiel von Herrn Schettino (was einen eigenen Beitrag wert ist) ? Ein Notfallplan sollte also beachten, dass keine Aktionen eingeplant werden, die für einzelne Beteiligte schwerwiegende negative Folgen haben. Erfolgreiches Notfallmanagement gedeiht am besten, wenn Probleme ohne Schuldzuweisung gelöst werden.

3. Der Rest löst sich in Panik auf: Das passiert, wenn vorher nicht geübt wurde. Doch wie übt man unvorhergesehende Gefährdungen ? Doch, es geht, denn auch hierfür können Verhaltensmuster gefunden und aktiviert werden. Allerdings erfordert das einen am Menschen orientierten Ansatz für Training und Übung.

Und überhaupt nimmt der Clip nicht nur “Die Vögel” von Hitchcock zum Vorbild, sondern knüpft nahtlos an die Imagewerbung in “iRobot” an. Ein Film, der wiederum die Gefährdung durch zentralisierte Updates als ein Moment verwendet, bei dem es einem leicht gruselt. In kleinerem Maßstab kennt den Grusel die Softwaredistribution und Patchmanagement: Wenn nun doch mal nach einem allgemeinen Patch sämtliche PCs gescratched werden, oder eine fehlerhafte Berechnung in Excel verteilt wird ? Pardon, aber ich habe beides schon in Ansätzen erlebt. Und das bei herumfliegenden Drohnen ? Oder bei automatisch gesteuerten Autos ?

Das Thema Drohnen wird übrigens in Frankreich aktuell mehr diskutiert als in Deutschland, das ist zumindest mein Ferneindruck. Nun aber erst mal gute Unterhaltung.

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Manager ohne Krisenfähigkeit – zwei Fehlbesetzungen

Es ist schon oft behauptet worden, dass Krisenmanager über andere Kompetenzen verfügen müssen als die Manager des Tagesgeschäfts. Die Erkenntnisse der Psychologie, sowohl der allgemeinen wie auch der Organisationspsychologie, bestätigen diese Annahme. Der Stress, dem sich ein Vorstand im Tagesgeschäft stellt, ist ein anderer, als der, dem er in der Krise ausgesetzt ist. Viele Analysen empfehlen in Konsequenz, dass in einer Krise eine andere Person mit Kompetenz für Krisenbewältigung und Krisenkommunikation die Führung übernehmen soll.

Zwei Beispiele der jüngsten Zeit haben gezeigt, dass dies eine Lösung ist, die nicht zum Problem passt, zumindest nicht zu einer bestimmten Phase einer Krise. Ich meine den Untergang der Costa Concordia und den Untergang von Christian Wulff.

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Berliner S-Bahn – Schneller Wiederanlauf – Lange Störung

Am Donnerstag, den 15. Dezember 2011, kam es zu einer Betriebsunterbrechung der Berliner S-Bahn aufgrund eines Stromausfalls. Um 11.45 h ging in deeinem Stellwerk das Licht aus. Für eine Viertelstunde war damit der gesamte S-Bahn-Verkehr technisch lahmgelegt. Es ist einleuchtend, dass bei einem Ausfall eines Stellwerks alle S-Bahnen angehalten werden, um Unfälle zu vermeiden.

Die Betriebsunterbrechung dauerte aber nicht 15 Minuten, sondern über drei Stunden. Erst am nächten Morgen wurde wieder ein Regelbetrieb erreicht.

Das ist nur ein Beispiel, freilich ein drastisches, Erlebnis pralles, dass die Wiederherstellung eines Regelbetriebs nicht allein durch technische Wiederherstellung eines Service erreicht wird.

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Krisenmanagement – Frechheit siegt

Ein Minister zeigt, wie ein Reputationsschaden kurzfristig abgebogen wird: Verschiebung der Akzente. Wenn einem Krisenkommunikator nichts anderes mehr bleibt, als in der Sache zuzugeben, dass ein Fehler gemacht wurde (“gemacht” steht hier dafür, dass eine Führungskraft unmittel verantwortlich und durchführend war), dann muss man andere Themen vorschieben, mit diesem Kontext assoziieren, und so von dem Fehltritt ablenken.

Wenn andere dann dumm dastehen, umso besser, das lenkt noch mehr ab.

Ja, das ist die causa Guttenberg.

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Problembewältigung durch motivierendes Führen – Apollo 13

Kreativitätstraining bei Prof. Preiser, das ist schon was. Nachdem ich das vor zwei Wochen mitmachen durfte, habe ich mich noch etwas intensiver über Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Kreativität beschäftigt. Die Psychologie ist heute mehrheitlich der festen Ansicht, dass Kreativität wie Intelligenz nicht direkt gefördert werden kann. Es können aber Rahmenbedingungen (bei Immanuel Kant wären es die Bedingungen des Möglichen) so gesetzt werden, dass Menschen ihre Kreativität entwickeln oder ausbilden können.

Ein dramatisches Beispiel war die Fülle großer und detaillierter Probleme, die gelöst wurden, um die Besatzung des Mondfliegers Apollo 13 nach einer schweren, nicht vorhergesehenen Störung, wieder heil auf die Erde zu bringen. Das Drama ist natürlich verfilmt worden, und bietet tolle Anregungen.

Und der zentrale Satz – failure is not an option.

Einige Szenen erinnerten mich an das Kreativitätsseminar, und ich glaube fast, die Kreativitätstrainer haben aus dem Film gelernt, nicht umgekehrt.

Quelle: Beabea-Blog.

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