IT security and other aweful matters

Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Vergiss mein nicht die Vulkane

Als Kind war ich völlig fertig, als ich das erste Mal von Vulkanen las und Bilder sah, in einem Buch, über einen Vulkanausbruch in Mexico. Einige Nächte lang träumte ich, dass neben meinem Dorf Vulkane ausbrächen, die ganze Landschaft sich anhob, und ich davon lief. Nun, Vulkane sind so, sie sind auch anders. Aber trotz aller intensiven Forschung sind sie nicht vorhersehbar.

Jetzt ist in Island wieder ein Vulkan aktiv. Nachdem der Ausbruch des  Eyarfjallajökull vor fünf Jahren vor Allem den Flugverkehr über dem Nordatlantik und Nordeuropa massiv behinderte, ist es nun ein anderer der vielen aktiven Vulkane des Eilands zwischen Schottland und Grönland, der Bardarbunga, die Ausbuchtung des Bardar. Vor einer Woche wurde schon gewarnt, letzte Nacht war es soweit.

Allerdings waren die Auswirkungen diesmal gering. Zumindest in Deutschland ist der Luftverkehr eher von einem Streik der Piloten bedroht als von Vulkanasche. Ein kurzfristiger Alarm und ein Sperrung des Luftraums über dem Vulkan selbst wurden nach Stunden wieder aufgehoben.

Gut so. Gut auch, dass die Vulkane Islands sehr konsequent überwacht werden. Und auch: Glück gehabt. Alle Logistiker sollten zumindest einmal im Jahr auch darüber nachdenken, wie es sich auf ihr jeweiliges Aufgabengebiet oder Geschäftsmodell auswirkt, wenn der Luftverkehr über mehrere Monate gesperrt wird. Das könnte passieren, wenn einer der Vulkane gezündet werden, die so alle 100 oder 200 Jahre ausbrechen, und von denen zweie in nächster Zeit “dran sind”.

Quelle: Süddeutsche Zeitung online

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Der Schwarze Schwan ist ein weißer Lichtstreifen am Horizont

Wenn das kein Black Swan war, ein Schwarzer Schwan (aus dem die Angelsachsen, sprächen sie Deutsch, ganz sicher einen “Schwaschwa” machten), dieser Meteorit, der letzte Woche über Tscheljabinsk explodierte. Allgemein ist ja bekannt, dass manchmal kleinere und nicht ganz so kleine Gesteinsbrocken auf der Erde einschlagen, und dass die meisten schadlos für die Lebewesen auf dem Planeten in der Atmosphäre verglühen und schlimmstenfalls als kleine Kiesel vom Himmer plumpsen.

Aber der hier soll schon ein recht großer Kiesel gewesen sein. Jedenfalls ist er als weißer Lichtstreifen auf vielen Videoaufnahmen zu sehen und er hat durchaus Schaden angerichtet. Was sagt das dem Notfallmanager, dem Business Continuity Beauftragten und dem ITSCMer? Fast nichts, aber nur fast.

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Fukushima – Limits of BCM – Hope on Solidarity

One year ago, northern Japan was hit by a triple cut, devastating a whole region, killing a many people, spoiling the life of so many others, and the aftermath hasn’t ended yet. An earthquake at first, a tsunami caused by that earthquake and rushing over the shuttered costs, and nuclear power plant shaken up by the earthquake and submerged by the floolds, and subsequently a melt down of at least one reactor. The land laid waste.

There are certainly a lot of things to learn from this catastrophe, but for today let’s stick to the fundamental lessons:

  • The event as well as the impacts were beyond human control. BCM couldn’t help that.
  • Being prepared, as Japan was, does help a lot to preserve human life and mitigate the impacts.
  • Taking care of the people was the most important duty, next to the effort to reduce the technical catastrophe at the power plant.
  • Without human solidarity, that is an emotion fundamental to forming and functioning of any human society, the strength to respond and to take care would fail, no matter how good preparation would be.


Tsunamiwarnung und die Faszination der Gefahr

Die Frankfurter Rundschau berichtete vor ein paar Tagen von einer unerwarteten Wirkung, die Tsunamiwarnungen in Neuseeland auslösen. Nachdem mehrere Male auf die Warnungen des Tsunamimeldezentrums auf Hawai keine oder nur sehr kleine Tsunamiwellen auf der Insel im Pazifik ankamen, entwickelte sich eine neue Neugierde auf Tsunamis. Wenn jetzt wieder mal eine Warnung eingeht, gehen ganze Schaaren von mutigen oder wissbegierigen Menschen an Strände und Häfen, um die ankommende Gefahr in Augenschein zu nehmen.
Das klingt reichlich gefährlich. Wer sich an die Berichte von dem großen Tsunami von Dezember 2004 erinnert, hält das kaum für möglich. Viele Menschen haben die große Tsunamiwelle gesehen, und viele haben sie nicht überlebt.
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Unsicherheit und Ruhe in Tokyo

Aus Tokyo kommen Berichte über eine ambivalente Wahrnehmung. Einerseits bereiten Firmen alternative Standorte vor. Meistgenannter Ausweichstandort ist Osaka. Büroraum in Osaka wird knapp und teurer. Andererseits gibt es keine Panik, sondern eher demonstratives Business as usual.

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Havarie von Fukushima jetzt Stufe 5 der INES

Nachdem die Ereignisse im AKW Fukushima schon seit Wochen als Katastrophe berichtet und beschrieben werden, haben  die japanischen Behörden heute den Störfall (Emergency) nun immerhin auf Stufe 5 der INES-Skala bewertet. INES steht für International Nuclear and Radiological Event Scale. Im aktuellen Bericht der IAEA heißt es:

They [the japanese authorities. TT] assess core damage at the Fukushima Daiichi 1, 2 and 3 reactor Units, caused by the loss of all cooling function, as 5 on the INES scale.

Dies scheint immer noch ein Euphemismus. Immerhin haben die USA bereits einen zur Hilfe entsandten Flottenverband im Pazifik umgelenkt, weil er in eine radioaktive Wolke geraten war. Zum Vergleich: Der von uns untersuchte Fall der schwach radioaktiv kontaminierten Aufzugknöpfe bei Mafélec in Frankreich in 2008 war auf Stufe 2 der INES bewertet worden.

IAEA – offizieller Bericht vom 18. März 2011 online

INES als PDF bei der IAEA


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IAEA – wieder sichtbar – aber nicht aktuell

Nachdem gestern die Website der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA über mehrere Stunden nicht oder nur mit extrem langen Wartezeiten erreichbar war, ist sie heute wieder normal sichtbar (www.iaea.org).

Erschreckend ist, dass die veröffentlichten Berichte zu Status und Bewertung der Entwicklung in dem AKW Fukushima gegenüber der Berichterstattung in Online-Nachrichten und Radio um Stunden hinterher hinkt. Jetzt, um kurz vor zehn Uhr da dieser Beitrag geschrieben wird, ist die letzte Meldung auf der Site der IAEA von ca. halb drei (MEZ) heute Nacht. IAEA on Japan Earthquake

Die japanische Regierung scheint die Informationen fest im Griff zu haben, denn außer den von außen erkennbaren oder messbaren Tatsachen, wie der Zerstörung eines Reaktorgebäudes unter dem Kameraauge eines Fernsehsenders, gibt es nur Informationen vom Regierungssprecher. Hoffentlich haben die Techniker die Vorgänge im Reaktor Fukushima I auch so gut unter Kontrolle.