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Of computer mice and men – for availability, integrity and privacy


Die Schweinegrippe ist zurück – A(H1N1) in Indien

Die Schweinegrippe wird im Mainstream gerne als das Beispiel einer fehlgelaufenen Pandemie-Warnung wahrgenommen, als Viel Lärm um Nichts, und als Muster einer Fehlalarms, von dem nur die Pharma-Industrie profitierte. Ich hatte schon früher aufgrund intensiver Recherchen und Analysen darauf hingewiesen, dass die Risikosituation offenbar adäquat erkannt und adäquat gehandelt wurde.

Jetzt kommen aus Indien Meldungen, dass dieser Virus sich wieder stark verbreitet und etliche Todesfälle verursacht. Am 17. Februar berichtete die Time India von 100 neuen Todesfällen in drei Tagen, was die Anzahl der Toten in dieser Welle auf 585 brachte.

Beunruhigend ist die Todesrate: 585 Tote auf 8423 Krankheitsfälle, die im Norden Indiens registriert wurden. Wenige Tage später wurde von 743 Toten und 12.000 Krankheitsfällen berichtet.

Wegen einer besonderen Häufung wurde eine Universität geschlossen. (Indian Express).

Heute nun berichtet die Economic Times, dass Unternehmen mit Impfprogrammen zu H1N1 beginnen.

Da dieser Ausbruch bis jetzt auf den indischen Subkontinent beschränkt ist, ist dies noch keine Pandemie. Die WHO geht davon aus, dass das Virus H1N1 in etlichen Ländern, darunter Indien, endemisch verankert ist. Es ist also latent vorhanden und kann unter Umständen, die so genau nicht beschreibbar sind, wieder ausbrechen.


EHEC – Hintergrund, Erkenntnisse – und die Gefahr bleibt

Escherichia Coli gibt es viele, und viele Sorten. Manche gehören einfach zur Darmfauna, sind also normaler konstitutiver Teil unserer Existenz. Einige wecken Hoffnungen auf biologische Krebsbekämpfung. Eine, so der Typ Ehec, oder, wie ich jetzt gelernt habe, Husec 041, sind lebensgefährlich. In der Frankfurter Rundschau vom 14. Juli 2011 erschien ein Interview mit dem offenbar wichtigsten Forscher auf diesem Gebiet, dem Professor Helmut Karch, der das Virus nach Ausbrechen der Krankheit in drei Tagen identifizierte.

Was ist die Quintessenz, die uns der Gelehrte bietet?

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EHEC im Sommerloch

Die Darmbakterien Escherichia Coli schaffen es nicht mehr auf die Titelseiten. Die Frankfurter Rundschau berichtete heute in der gedruckten Ausgabe auf der vorletzten Seite über aktuelle Fälle in Nordhessen und Niedersachsen, über Proben in Schulen und Kindergärten.

Was war geschehen? Ein Begleiter der Menschheit, nämlich eine Bakteriumsart, die den Darm bevölkert und eine ambivalente, also auch positive, Rolle bei Verdauung und Immunsystem spielt, wurde in einer besonderen Häufung beobachtet. Dabei wurden besonders viele Menschen akut krank und einige starben. Die Krankheit ist wirklich unschön und schmerzhaft.

Aber – hätte es keine Grippe 2009 gegeben, wäre der Vorfall nie über “Vermischtes” hinausgekommen. Continue reading


Aus sauren Gurken werden saure Sprossen – EHEC / HUS

EHEC / HUS – war da was?

Diese Wutz wurde ja in Windeseile durch’s Dorf getrieben. Ein Wirtschaftszweig wurde in Mitleidenschaft gezogen. Wirklich dramatisch aber war die “EHEC-Krise” für die 3.500 Erkrankten, die über 30 Toten und deren Angehörige.

Sehr seltsam allerdings war die Berichterstattung. Jeder Anlass war willkommen, die große Gefahr aufzuzeigen. Wenig erfuhr der interessierte Leser-Hörer-Gucker von den sachlichen Hintergründen. Da wurden erst Gurken als Gefahrenquelle identifiziert. Sachlich nachvollziehbar war, dass die krankmachende bis tödliche Form des Escherichia Coli auf Gurken in Hamburg gefunden wurde. Daraus war überhaupt nicht abzuleiten, dass Gurken Ursprung oder Träger des Bakteriums sind.

Der staatliche Schutzreflex geriet hier zur allergischen Immunstörung.

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EHEC – Saure Gurken und Katastrophen

Die ungewöhnlich starke Ausbreitung des Hämolytisch Urämischen Syndroms (HUS) in Zusammenhang mit der offenbar plötzlich öfter auftretenden Form des Escherichia coli, nämlich dem EHEC, beunruhigt die Medien. Warnungen werden ausgesprochen von Politikern, dem Robert-Koch-Institut und

Überrascht hat mich allerdings die Warnung in den News des Continuity Central, dass dies ein Fall für Business Continuity sei. Hier fehlt doch bislang jeglicher Hinweis. In einem Land wie Deutschland, aber auch in seinen angrenzenden Nachbarn, ist eine rapide Ausbreitung eines bakteriellen Krankheitserregers sehr unwahrscheinlich, und lässt sich durch verstärkte Sauberkeit wirksam eindämmen. Eine Epidemie droht nicht, eine Pandemie schon gar nicht.

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A(H1N1) – eine normale Grippe

Die Weltgesundheitsorganisation WHO beobachtet durch die nationalen Gesundheitsbehörden weiter das Auftreten der sogenannten Schweinegrippe A(H1N1), doch mittlerweile als eine Influenzavariante unter vielen, wenn auch noch mit besonderer Aufmerksamkeit.

Ein wichtiger Anlass für die besondere Aufmerksamkeit ist die Häufung der Resistenz von Virenstämmen gegen Oseltamvir. Hierüber wird mittlerweile ein eigener regelmäßiger Statusbericht angefertigt. Allerdings habe ich dort (bei der WHO) nicht die Warnungen gefunden, dass die Wirksamkeit dieses Mittels überhaupt in Frage zu stellen ist.

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Schweinegrippe – Belastung für britische Krankenhäuser

Die Schweinegrippe ist tatsächlich da: In Großbrittannien wurden Anfang Januar ein Viertel der Betten der Intensivstationen von Patienten belegt, die an a(H1N1) erkrankt sind. Einige Kliniken sind dadurch an die Belastungsgrenze geraten und in einigen Regionen fehlen Notaufnahmekapazitäten mit Intensivbetreuung.

Die aktuelle fehlende Berichterstattung darüber zeigt einmal mehr, dass die vordergründig wahrgenommenen Medien nur noch als Alarmanlage funktioniern, und selbst da lückenhaft. Bis in Fachkreise ist es momentan einfach verpönt, über die Schweinegrippe und die Maßnahmen der Behörden zu sprechen. Es gilt als ausgemacht, dass das nur ein Hype war, und viele, die mitgeredet haben, finden das heute peinlich. Verpönt ist aber kein Kriterium für professionelle Risikobewertung.

Die Schutzmaßnahmen, wie Quarantäne für die ersten Fälle, haben u.a. die Aufgabe, die Gesundheitssysteme vor Überlastung zu schützen. Aus Kostengründen sind Krankenhäuser und Ärzte nicht mit enormen Reserven ausgestattet, und in den Intensivstationen wird es knapp, wenn durch eine Epidemie ein hoher Anteil in Anspruch genommen wird. Sollte es während einer schweren Grippewelle noch zu einem Massenanfall an Verletzten (ManV) kommen, geraten die Kliniken in Stress, und es ist wahrscheinlich, dass dann mehr Opfer zu beklagen sind.

Das herrschende Schweigen sollte zumindest in Fachkreisen durchbrochen werden. Dann wiederum wäre es von Vorteil, wenn sachlich bewertet werden kann, und nicht nach Schlagzeilen.

Quelle: WHO Global Alert and Response

Robert Koch Institut

Immer noch gültig: Unser Angebot zur Pandemieplanung PanP [2009]